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Surrealer Süsswein-Einkauf

  • Autorenbild: Michael Felix Leopold
    Michael Felix Leopold
  • 1. Apr. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

„Du hast den Schuhbändel offen! 1. April!“ 1.-April-Scherze hört man heute nicht. Zum Einen, weil man nicht mehr in den Gruppen an der Arbeit oder mit Freunden zusammen ist und sich dieses und jenes Spässchen erlaubt. Zum Anderen, weil offenbar auch die Zeitungen heute nicht zum Scherzen aufgelegt sind. Was sollten die auch schreiben? Etwa „Das Virus existiert gar nicht, ihr seid alle darauf reingefallen! 1. April! Es gibt es doch, haha!“, oder was? Nur eine Handvoll Zeitungen machen müde Witze, z.B. die Berner Zeitung über die Bären im Berner Bärengraben, die wegen Zuschauermangels Monitore hingestellt bekämen. Nein, es ist niemandem so richtig zum Scherzen zumute. Auch die sozialen Netze quellen über mit Falschmeldungen und Verschwörungstheorien, wie sollte man denn die von einem Scherz unterscheiden?


Nichts desto trotz, heute ist wieder mal ein strahlender Tag nach einer eisigen Nacht, und wir marschieren nach dem Zmittag nach Dielsdorf, zwei Dörfer weit gen Zürich. Zuerst steuern wir in Richtung Mitte des Dorfes zu, wo der Fleischli ist. Der Fleischli ist aber kein Metzger, sondern eine Konditorei. Der Restaurantteil ist natürlich geschlossen, aber Patisserie bekommt man schon noch. Wir entscheiden uns für 2 Osterküchlein mit Heidelbeermarmelade und geniessen diese mit mitgebrachtem Ingwer-Orangen-Tee auf einem vermodernden Baumstrunk mit toller Aussicht auf das Ried und die Felder vom Bauern Müller. Der bekannte Bio Müller von Steinmaur, welcher auch im Alnatura seine feinen Erzeugnisse anbietet. Gleich nebenan ist das Industriegebiet. Dort gibt es einen grossen Coop und einen ebenso grossen Migros. Beide bekommen unser Geld, und zum ersten Mal erleben wir, wie das die grossen Läden handhaben, das mit der Tröpfcheninfektion, pardon, kleiner Scherz, dem Tröpfchensystem. Im Coop verteilen sie Nummern mit Klammern dran, die man dann wieder abgeben muss. Das Körbchen soll man nur mit einem über die Hand gestülpten Plastiksäckchen anfassen. Waren die jetzt nicht erst gerade ganz ganz böse und kostenpflichtig? Bei der Migros hingegen ist man modern, und ein Mitarbeiter registriert mit einem Tablet die Laufkundschaft. Am Boden hat es überall runde Kleber. Darauf steht „2 Meter“. Sogar am Display der Gemüse- und Früchtewaage erscheint die Aufforderung, man soll 2 Meter Abstand halten. Nur, mein Arm ist leider nicht so lang, und die Leute, die hinter einem stehen, können das noch nicht lesen, weil sie zu weit weg sind. Zum Glück ist um 15 h praktisch niemand da. Haben wir gut ausgewählt, die Zeit. Es ist etwas gespenstisch und auch surreal. Die Weingestelle sind voll, und wir decken uns mit Süsswein ein. Passito Di Pantelleria und Sauternes. Sauteuer. Aber uuh fein.


Um viertel nach vier gehen wir mit vollen Taschen (wir haben auch für Martins Eltern eingekauft) auf den Zug, der, obwohl schon fast Stosszeit, praktisch leer ist, und fahren zurück nach Schöfflisdorf. Wir gönnen uns nochmals Kaffee und etwas Linzertorte zum „Aufkarbonisieren“ (= Kohlenhydrate aufnehmen), und absolvieren ein BodyAttack mit Lisa Osborne. Wir wundern uns, dass sie auch bei Sonnenuntergang auf dem bereits erwähnten Dach trainieren, während die Sonne hier auch gerade untergeht. Dabei ist sie doch in Neuseeland… Wir haben es schon richtig drauf und sind schnell im Umbau des Wohnzimmers in unsere Turnhalle. Und so neigt sich ein weiterer, durchaus aktiver Tag im Exil, seinem Ende zu.


 
 
 

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Ab sofort werde ich einen neuen Blog erstellen, der bei meinem Provider gehostet wird. Es würde mich freuen, dich wieder dabei zu haben!...

 
 
 

1 Kommentar


Rolf Raess
Rolf Raess
01. Apr. 2020

Ist das richtiger Wein… (Foto)?

Ich fahre mit P206 morgen Nachmittag 3 Uhr in die Garage des MMM Altstetten. Auch sehr gut organisiert, wie bei euch auf dem Land und fast keine Leute. Salt. TV spinnt bei mir - immer das gleiche. Auch für die  ID die e-mail zu ändern scheint nicht möglich - Strüpfete!

Weiter so… salutations de Mahmoud à Montréal (CAN).

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